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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

04MAI2021
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In der derzeitigen Corona-Situation brauchen wir Geduld: Der Lockdown geht weiter, sogar noch verschärft. Es wird noch einige Zeit dauern, bis manches wieder normaler werden kann. Viele Mitmenschen kommen damit nicht so gut klar; sie sind zunehmend angespannt.

Geduld ist also notwendig. Aber die man kann nicht „machen“. Es gibt geduldigere und ungeduldigere Menschen. Je nachdem kann ich mir selbst und den anderen das Leben ganz schön erschweren oder leichter machen.

„Ich habe Geduld“ bedeutet: Es muss nicht immer so schnell gehen, wie ich es gerne hätte. Ich lasse mir, den anderen und den erhofften Entwicklungen Zeit. Ich lege mich nicht fest, und ich mache mir keinen Druck. Ich kann auch manches Ungewollte und Anspannungen eine Zeitlang ertragen. Ich habe einen langen Atem und Kraft zum Durchhalten. Und wenn es anders kommt als erhofft, dann kann ich es auch so annehmen und mich darauf einstellen - und das Beste daraus machen.

Diese entspannte Grundhaltung kann nach und nach wachsen. Eine Erfahrung ist hilfreich dafür: Ich selbst bin darauf angewiesen, dass die Mitmenschen mit mir Geduld haben, in ganz verschiedener Hinsicht. Ich lebe auch von der Geduld der anderen mit mir. Wenn mir das bewusst ist, dann fällt es leichter, auch selbst mehr Geduld anderen gegenüber zu entwickeln.

Das geht noch besser, wenn ich in einem gewissen Gottvertrauen lebe. Das kann einen Menschen gelassen und hoffnungsvoll machen. Und wer spürt: „Gott hat mit mir eine unendlich große Geduld.“, der kann davon geprägt werden. Der braucht dann auch andere und sich selbst nicht so zu bedrängen. Bis dahin, dass man von ihm sagen kann: „Der hat ja eine himmlische Geduld.“

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