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SWR4 Abendgedanken

03MAI2021
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Einfach mal weg. Dem entfliehen. Ab auf den Berg. Ein Zelt aufschlagen und die Welt mit ausreichend Abstand betrachten. Wer wünscht sich das gerade nicht?

Ich habe immer mal wieder sehr eindrückliche und bewegende Momente auf Bergen erlebt. Für mich waren das so eine Art „Himmelreichmomente“. Also Momente, wo ich mich dem Himmel und Gott ganz nah gefühlt habe. Solche Momente habe ich in meinem Leben schon immer mal wieder erlebt, zum Beispiel in den Wicklow Mountains in Irland oder auf einer Anhöhe in Ravensburg. Auf einem Berg zu stehen und die Weite zu bestaunen, hat einfach was. Es ist eindrücklich. Die Häuser sehen auf einmal ganz klein aus. Und die Probleme der Welt scheinen auch klein und unbedeutend. Ich bin dann dem Himmel besonders nah.

Und das geht nicht nur mir so. In der Bibel stehen Berge oft für Orte, wo man Gott begegnet. Einmal zum Beispiel nimmt Jesus die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes mit auf einen Berg. Dort erleben die drei Freunde einen Himmelreichmoment: Vor ihren Augen verwandelt sich Jesus. Er leuchtet hell wie die Sonne. Seine Kleidung wird weiß. Alles Zeichen für Gottes Gegenwart. Doch damit nicht genug, erscheinen den Jüngern die Propheten Mose und Elia, die mit Jesus reden. Und kurz darauf hören die drei dann auch noch eine Stimme aus den Wolken. Für die drei Jünger ist klar: Hier spricht gerade Gott mit uns. Deshalb werfen sie sich nieder und fürchten sich sehr. Doch Jesus lässt sie nicht allein. Er geht zu ihnen hin, berührt sie und sagt: Steht auf und fürchtet euch nicht!

„Jesus ist seinen Jüngern also gerade in ihrer Furcht ganz nahe; er berührt sie, sodass sie spüren können: Er ist da und richtet sie auf.“
Als die Jünger wieder die Augen öffnen, sehen sie allein Jesus. Niemand anderes ist mehr zu sehen. Ihr Blick richtet sich jetzt allein auf Jesus. Den Christus. Diesen Himmelreichmoment würden sie am liebsten für immer festhalten. Petrus will sogar Zelte aufstellen. Doch das geht nicht. Sie müssen wieder absteigen. Hinunter ins Tal. Zum Glück gehen die drei diesen Weg aber nicht allein. Jesus geht mit.

Für mich heißt das: Jesus ist immer da. In Glücksmomenten und wenn ich mich fürchte. Er ist nahe. Er ist das Licht, das in die Dunkelheit kommt und mein Leben erhellt. Mitten in den Niederungen des Alltags geht er mit und spricht mir zu: Fürchte dich nicht!

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