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SWR3 Gedanken

17APR2021
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„Leben im Sterben“. Kein ganz leichtes Thema für eine Aktion. Aber das ist es eigentlich nie, wenn die beiden großen Kirchen die „Woche für das Leben“ ausrufen. Heute beginnt sie wieder und wie jedes Jahr steht ein Aspekt des Lebens besonders im Mittelpunkt. Dabei gehört das Sterben zu den Themen, die wir ja gerne ganz weit von uns wegschieben. Trotzdem hab ich gemerkt, dass ich im vergangen Jahr öfter darüber nachgedacht habe als vorher. Vielleicht, weil es durch die Pandemie einfach präsenter ist als sonst. Weil auch Menschen in meinem Alter urplötzlich schwer erkrankt und verstorben sind. Und manche von ihnen unter Umständen, die sich wahrscheinlich niemand wünscht. Isoliert, manchmal allein, an Maschinen angeschlossen. Das macht schon nachdenklich.

Zum Glück weiß ich nicht, was mich noch alles erwartet. Aber ich weiß nun deutlicher, was ich mir wünsche. Dass ich, wenn ich mal schwer krank werde, mein Leben trotzdem annehmen kann und leben darf bis zum allerletzten Tag. Mit moderner Palliativbetreuung, die Schmerzen und Beschwerden erträglich macht und mit Menschen an meiner Seite, die den Weg mit mir gehen bis zum Schluss. Das geht heute zum Glück immer öfter.

Auf die Frage, worüber die Menschen, die er auf der Palliativstation besucht, mit ihm sprechen hat mir ein Klinikpfarrer mal gesagt: Über das Leben und das ist das Schöne. Weil, diese Menschen leben ja und sie wollen leben und sie leben bis zuletzt.Und genau das wünsche ich mir auch.

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