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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

06APR2021
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Migdal ist heute ein kleiner Ort am Ufer des Sees Genezareth im nördlichen Israel. Vor rund 2000 Jahren war es mal eine bedeutende Stadt, weithin bekannt für ihren ausgezeichneten Fisch. Und später dann wohl auch für ihre berühmte Tochter. Maria, die aus jenem Ort stammte, der früher auf aramäisch Magdala hieß. Dreizehn mal kommt diese Maria aus Magdala in der Bibel vor. Und wer weiß, vielleicht hätte es ohne sie Ostern, wie wir es kennen, nie gegeben. Denn diese Maria war es schließlich, die als erste realisiert hat, dass Jesus lebt. Die Bibel jedenfalls erzählt das mehrfach.

Weibergeschwätz sei das doch mit dieser Auferstehung, so haben es die ach so abgeklärten Männer zunächst abgetan. Bis sie schließlich selbst davon überzeugt waren.

Was hat man ihr in den folgenden Jahrhunderten nicht alles angedichtet. Eine geläuterte Prostituierte, die dann fromm geworden ist, sei sie gewesen. Andere halten sie für die Geliebte oder gar die Ehefrau von Jesus. Doch wenn man die biblische Maria von all diesen mehr oder weniger frommen Legenden befreit, die später um sie gesponnen wurden, dann bleibt von all dem nicht mehr viel übrig. Am ehesten noch das eher unscharfe Bild einer toughen Frau, die zum engsten Kreis Jesu gehörte. Die eine seiner wichtigsten Jüngerinnen gewesen sein muss und die ihm wohl auch sehr nahegestanden hat.

Von daher erstaunt es mich nicht, dass gerade sie es war, die es als Erste erkannt hat, dass er lebt. Denn für einen Menschen, der wirklich liebt, kann der Tod niemals das letzte Wort sein. Und so bleibt sie die Frau, die die wichtigste Botschaft verkündet hat, die Christinnen und Christen weltweit in diesen Tagen aufs Neue feiern.

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