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SWR3 Gedanken

05APR2021
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Leben und Tod gehören eng zu einander. Sind miteinander verwoben. Auch wenn wir das oft nicht wahrhaben wollen. Mitten im Leben ist immer auch das Sterben. Das erleben wir derzeit täglich. Manchmal hautnah. Aber an Ostern feiern wir, dass es eine Auferstehung gibt. Dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Sondern Gottes Liebe stärker ist. –

Auferstehung – manchmal gibt es die sogar mitten im Leben. Denn Auferstehung gibt es auf vielerlei Art und Weise. Die Künstlerin Yoko Ono beschreibt es so:

„Jedes Mal, wenn wir nicht sagen, was wir sagen wollen, sterben wir. Liste auf, wie oft du diese Woche gestorben bist. Sterben ist notwendig, um zu leben. So wie einatmen notwendig ist, damit man ausatmen kann.“

Ich finde, sie hat recht. Manchmal stirbt man innerlich einen „kleinen Tod“, wenn man nicht sagt, was man will, was man meint oder braucht. Die eigenen Bedürfnisse äußern – was sich leicht anhört, ist manchmal unfassbar schwer. Und vielleicht auch so etwas wie unsere Aufgabe, jetzt an diesem Osterfest: Liste auf, wie oft Du in den vergangenen Tagen nicht gesagt hast, was du gewollt hast, was du gemeint und wirklich gebraucht hast. Liste auf, was Dir auf dem Herzen liegt. Und dann: Steh auf! Mit Deinen Worten…
Auch das ist Ostern! Sagen, was ich brauche und will. Denn Ostern erinnert daran: alles, wirklich alles kann sich erneuern, alles kann anders werden. Nicht erst irgendwann, wenn wir tot sind. Sondern jetzt. Immer wieder. Mitten im Leben.
Also: Steh auf und sprich! …

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