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SWR3 Gedanken

08MRZ2021
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Was die Rechte der Frauen angeht, war die Kirche nicht immer hilfreich. Am heutigen Weltfrauentag muss das wohl auch mal gesagt werden. Denn in der Bibel kann man lesen, dass es eine Hierarchie gibt. Darin steht der Mann oben, die Frau unten. In der Bibel kann man aber auch lesen, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind.

Diejenigen, die es gerne klar nach oben und unten geregelt haben – in den meisten Fällen eher die Männer- haben in einer Sache wirklich Recht gehabt: Wenn man mal anfängt, diese Hierarchie aufzuweichen, gibt es irgendwann kein Halten mehr. Freiheit kennt eben keine Grenzen.

Dann wollen die Frauen nicht mit Blumen begnügen, sondern sie wollen sich das Geld, die Karriere und den Firmenwagen selber verdienen. Tja und dann müssen die Posten unter Männern und Frauen gleichberechtigt aufgeteilt werden. Dumme Sache für die Freunde der Hierarchie, bei der der Mann immer an der Spitze steht.

Auch wenn wir beim Thema Gleichberechtigung schon weit sind, bleibt noch viel zu tun, finde ich: Immer noch verdienen Frauen im Durchschnitt weniger als Männer, haben nicht die gleichen Karrierechancen und, so hat eine Studie herausgefunden: selbst in Filmen haben Frauen signifikant weniger Sprechtext, als ihre männlichen Kollegen.  

Und auch bei Kirchens gibt es noch einiges zu tun. Erst vier von 20 Bischöfen der evangelischen Kirche sind Frauen. Ich finde: wer auf Frauen im öffentlichen Leben und in Führungsetagen verzichtet, verzichtet auch auf ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten. Wer auf Frauen verzichtet, der ist letztlich ärmer.

Ich freue mich jedenfalls, wenn Kirche und alle anderen Organisationen nicht auf Hierarchie setzen, sondern auf den Reichtum von Vielfalt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32721