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SWR4 Abendgedanken

14JAN2021
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Am Anfang eines Jahres habe ich immer viele Erwartungen und Hoffnungen. Für dieses Jahr hoffe ich zum Beispiel darauf, dass die Corona-Pandemie endlich zu Ende geht. Ich hoffe, dass wir uns alle wieder unbeschwert treffen können, uns in den Arm nehmen, miteinander feiern und ein Kino oder Theater besuchen können ohne Angst vor Ansteckung. Ich hoffe auch, dass meine Kinder ihre Schul- und Studienabschlüsse schaffen und ins Berufsleben starten können. Ich hoffe gesund zu bleiben. Ich hoffe, dass das vierte Enkelkind gesund auf die Welt kommt. Auf das alles hoffe ich und auf noch mehr.

Aber in alle Hoffnungen mischen sich bei mir auch Sorgen und Befürchtungen, wenn ich auf dieses Jahr schaue. Es könnte alles auch ganz anders kommen. Eine Freundin von mir sagt oft: „Schlimmer geht immer“. Und irgendwo tief in mir steckt auch dieses Misstrauen: Meine Hoffnungen könnten zerstört werden und meine Befürchtungen sich bewahrheiten. Ich glaube, jede und jeder von uns kennt das: Hoffnungen und Befürchtungen gehören ganz eng zusammen. Die Frage ist: Auf welche Stimmen höre ich?

Denn das kann ich entscheiden. Höre ich auf die Stimmen in mir, die sagen: „Schlimmer geht immer“? Und dann male ich mir aus, was alles an Schrecklichem passieren kann. Irgendwann glaube ich dann, dass das auch wirklich so kommen wird und die Angst hat mein Herz fest im Griff. Ich kann mich aber auch dafür entscheiden, den Stimmen der Hoffnung zu glauben. Sie sagen mir: „Es wird alles gut. Vielleicht wird sogar besser, als du denkst.“ Welchen Stimmen in mir höre ich zu?

Zu den Stimmen, die mir Mut machen, gehört auch der Psalm 23. Ein Gebet, das in der Bibel steht. Viele kennen die Worte. Da redet ein Mensch über seine Erfahrungen mit Gott: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser.“ Diese Stimme sagt mir: Du kannst Gott vertrauen. Er sorgt für dich. Er führt dich einen guten Weg auf dem du keinen Mangel haben wirst.“ Es ist meine Entscheidung, welcher Stimme ich zuhöre. Ich jedenfalls will viel öfter auf die Stimme aus dem Psalm 23 hören. Denn diese Stimme macht mir Mut und stärkt meine Hoffnung. So kann ich voller Zuversicht durch dieses Jahr gehen.

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