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SWR3 Gedanken

Das muss man sich mal geben: Angela Merkel und Til Schweiger, händchenhaltend zwischen den Pyramiden von Gizeh. Til, durchtrainiert und mit feuchtnacktem Oberkörper schmiegt sich an Angie. Die ihr Jacket zuknöpft und sagt: Ich bin nun mal ein Vollweib.
Na, so ganz überzeugend ist die Szene nicht. Ja, der Sarkozy, der kann das mit seiner Bruni. Aber Angie? Ist doch peinlich. So ein Vollweib und unseren Staat lenken? Geht doch nicht.
Tja, das Gleiche ist halt nicht Dasselbe.
Bei männlichen Staatenlenkern galten Frauen – Marke: voll das Brett- schon immer als Insignien ihrer Macht. Kennedy und die Monroe, Clinton und die Lewinsky, Sarkozy und die Bruni. Aber bei Frauen? Angie und Til? Oder Hillary mit…Ne, wirklich nicht.
Ich frage mich nur: auf welche Art sind dann mächtige Frauen sexy?
Was Jesus betrifft, so wissen wir: er muss das gewesen sein, was wir unter sexy verstehen: also attraktiv, anregend, mit einer sinnlichen Ausstrahlung auf Menschen. Besonders auf Frauen. Die sind ihm in Scharen gefolgt- in der damaligen Machowelt eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Und doch blieben viele bei ihm, obwohl Jesus weder einen Regierungsposten hatte noch eine Million auf der Bank. Warum?
Ich glaube, dass sie sich in seiner Nähe schön gefühlt haben und wichtig und stark. Er brauchte nicht rumzugockeln mit dem Satz: Ich bin halt ein ganzer Kerl. Er war es einfach. Weil er die Macht nicht brauchte, um sich groß zu fühlen. Groß war er, weil er sich von Gott geliebt wusste. Weil er einen Vater im Himmel hatte. Ob die Leute nun „Hosianna“ riefen oder „Kreuziget ihn“ - er war frei von der Eitelkeit der Macht. Und deshalb ungemein sexy.
Und vielleicht haben Frauen wie Angie eine Art männliche Bruni gar nicht nötig. Weil sie sich von den Eitelkeiten der Macht ein bisschen frei gemacht haben. Und was an ihnen sexy ist, erfährt man wohl erst, wenn man ein bisschen näher mit ihnen zu tun hat.

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