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SWR3 Worte

30APR2020
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Der Verlust eines geliebten Menschen ist furchtbar schmerzlich. Den folgenden Nachruf finde ich so tröstlich wie hoffnungsvoll:  

Weinet nicht an meinem Grab um mich;
Ich bin nicht dort, ich schlafe nicht.

Ich bin der Wind über dem See,
Kristallglitzer auf dem Winterschnee.
Ich bin am Tag das Sonnengold,
ich bin der Regen herbstlich hold.

Ich bin das tiefe Himmelsblau,
der schöne, frische Morgentau.
Sucht mich und blickt im Dunkeln in die Ferne –
bei Nacht bin ich das Funkeln der Sterne.

Zündet für mich eintausend Kerzen an,
und vergeßt mich nie – keine Sekunde lang.
Steht nicht am Grab, die Augen rot.
Ich bin nicht dort, ich bin nicht tot.

 

Autor unbekannt

 

Quelle: https://www.aphorismen.de/gedicht/57718

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30797