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SWR3 Worte

05APR2020
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Was kann ich tun, wenn Angst und Traurigkeit immer wieder zurückkommen? Manchmal hilft es mir, andere zu trösten. Und für sie die Hoffnung im Herzen zu bewahren. Die jüdische Schriftstellerin und Dichterin Mascha Kaléko beschreibt das so:

„Weil Deine Augen so voll Trauer sind,
Und Deine Stirn so schwer ist von Gedanken,
Lass mich Dich trösten, so wie man ein Kind
In Schlaf einsingt, wenn letzte Sterne sanken.

Die Sonne ruf ich an, das Meer, den Wind,
Dir ihren hellsten Sonnentag zu schenken,
Den schönsten Traum auf Dich herabzusenken,
Weil Deine Nächte so voll Wolken sind.

Und wenn Dein Mund ein neues Lied beginnt,
Dann will ich Meer und Wind und Sonne danken,
Weil Deine Augen so voll Trauer sind,
Und Deine Stirn so schwer ist von Gedanken.“

Mascha Kaléko, Das lyrische Stenogrammheft, Kleines Lesebuch für Große

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