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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

16MRZ2020
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„Trimm dich durch Sport!“ – Mit diesem Motto hat der Deutsche Sportbund heute vor fünfzig Jahren die Trimm-dich-Bewegung gestartet. Das Ziel: Die Menschen sollen sich mehr bewegen, in Sportvereinen oder auf den Trimm-Dich-Pfaden. Die wurden sogar extra dafür eingerichtet. Den Erfindern war nämlich schon damals klar: wir bewegen uns im Alltag viel zu wenig. Dabei ist Bewegung total wichtig um lange gesund zu bleiben. Sogar, wenn, wie jetzt, eine Epidemie durch die Welt geht, ist das wichtig. Wer gesund ist, den erwischt es hoffentlich nicht so leicht.

Allerdings: Obwohl ich selbst richtig gerne Sport mache, klingt der Aufruf „Trimm dich!“ für mich überhaupt nicht motivierend, sondern eher nach Quälerei und fiesem Muskelkater.

Viel besser gefällt mir ein Motto der Bibel. Da heißt es: „Euer Leib ist ein Tempel für den Heiligen Geist.“ Das bedeutet: Der Körper ist der Ort, in dem Geist und Seele stecken. Gott hat seinen Geist in unseren Körper hineingelegt. Deshalb müssen wir sorgsam mit ihm umgehen. Oder, wie es in der Bibel weiter heißt: „Sorgt dafür, dass euer Leib Gott Ehre erweist.“ (1. Kor 6,19f)

Mit diesem Motto schaue ich viel positiver auf meinen Körper. Es geht nicht darum, auf Biegen und Brechen einen getrimmten und gestählten Body zu bekommen, sondern ich überlege: Was braucht mein Körper, damit ich durch ihn Gott Ehre erweise? Was brauche ich, damit es meinem Körper-Tempel und dem Geist darin gut geht? Was kann ich, auch gerade jetzt, tun, um für mich zu sorgen?

Dazu gehört ganz sicher auch Bewegung, damit hatten die Trimm-Dich-Erfinder schon recht. Und das bedeutet natürlich, dass man den inneren Schweinehund erst einmal überwinden muss. Aber dann soll es auch Spaß machen, finde ich. Oder entspannen und Stress abbauen.

Denn auch das braucht der Körper, damit es ihm gut geht, damit dieser ein Tempel für Gottes Geist sein kann: Ruhezeiten und Erholung. Und Verantwortung für die eigene Gesundheit und auch die der anderen.

Und manchmal tut meinem Körper, und mehr noch meine Seele, auch einfach ein Stück Schokolade gut. Das gönne ich mir dann und lass es mir richtig schmecken – zur Ehre Gottes.

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