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SWR3 Gedanken

Die Wege des Herrn sind unerforschlich, heißt es. Die Wege mancher Menschen allerdings auch. Wie zum Beispiel der des ehemaligen Fußballprofis Oliver Pagé. Der der festen Überzeugung ist, dass Gott ihn auf seinen Weg geführt und ihm die Türen geöffnet hat. So dass er heute nicht nur den Fuß am Ball, sondern die Bibel in der Hand hat.

Mit siebzehn Jahren begann Oliver Pagé seine Profikarriere beim Erstligisten Bayer Leverkusen. Dort lernte er den brasilianischen Spieler Jorginho kennen, der selbst auf dem Platz keinen Hehl aus seiner christlichen Überzeugung machte. Ein entscheidender Einschnitt für den jungen Fußballer.

1991 wechselte Pagé zum damals noch erstklassigen Verein Dynamo Dresden. Ein weiterer Einschnitt in seinem jungen Leben. Denn in Dresden machte der Sohn eines nigerianischen Vaters und einer deutschen Mutter eine bittere und beängstigende Erfahrung: Er wurde wegen seiner Hautfarbe diskriminiert. Frustriert kehrte er der ersten Liga den Rücken, wechselte nach Essen. Und entschied sich schließlich mit zweiundzwanzig Jahren, das Profitrikot endgültig an den Nagel zu hängen und eine Ausbildung als Prediger zu absolvieren.

Heute ist Oliver Pagé sechsunddreißig Jahre alt. Seine damalige Entscheidung hat er nie bereut. Und den Fußball liebt er trotzdem noch immer. Mittlerweile hat er seine Trainerlizenz erworben und betreut den Verbandsligaverein Sportfreunde Siegen II. In der Halbzeitpause zitiert Pagé gerne auch einmal aus der Bibel. „Es gibt vieles, das man über die Bibel ausdrücken kann“, findet Pagé. Hauptberuflich jedoch ist er als Prediger im Westerwald tätig. Und auch dort schlägt er Brücken zwischen Glaube und Sport. Denn: „Fußball ist eine Weltsprache, die verbindet.“

Die Wege des Herrn sind unerforschlich, heißt es. Die Wege mancher Menschen allerdings auch. Und mich beeindruckt der Lebensweg von Oliver Pagé. Eine glänzende Karriere vor Augen, entscheidet er sich für einen anderen Weg. Aus dem sicheren Gefühl heraus, seinen Weg gefunden zu haben. Mit Gottes Hilfe. Oder um es mit Oliver Pagés Worten zu sagen: „Es ist schön zu wissen, dass Gott immer bei mir ist und die richtigen Türen öffnet.“
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