Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

30JAN2008
DruckenAutor*in
Die Jugendkriminalität ist zurzeit in aller Munde. Stichworte wie Jugendstrafrecht für Kinder, Warnschussarrest oder Erziehungscamps beschäftigen die Öffentlichkeit.
Mir fällt dazu der heilige Don Bosco ein. Morgen ist sein Gedenktag. Er lebte im 19. Jahrhundert, ein Zeitalter großer Armut. Den „Bubenkönig“ nannten sie ihn, in seinen Jugendjahren war er ein wilder Bursche. Als Sohn armer Bauern aus dem Piemont kann er zaubern und auf einem Seil gehen und ist so stark, dass er ein Hufeisen mit der Hand verbiegen kann. Er arbeitet als Schneider und Schuhmacher, als Schmied und Knecht. Damit finanziert er sich sein Theologiestudium. Und später gibt er diese Fähigkeiten nutzbringend an andere weiter. Zum Priester geweiht, zieht es Don Bosco nach Turin, schon damals eine Industriemetropole mit all den negativen Begleitumständen, die eine solche Großstadt hat: Viel Geld aber auch viel Armut.
Don Bosco hat einen Draht zur Jugend. Er sammelt verwahrloste und herumstreunende Jungen um sich, mietet einen Raum an, wo er mit den Jugendlichen singt, spielt und betet. Er gründet ein Schul- und Wohnheim mit Lehrwerkstätten, in denen die jungen Männer einen Beruf erlernen können. Um über 800 davon sorgt sich Don Bosco gleichzeitig. Klar, dass seine Initiativen nicht nur Gönner finden. Seine Arbeit wird beargwöhnt, bespitzelt und bedroht. Was ihn nur zu noch mehr Engagement anspornt. Er denkt und handelt nicht nur spirituell und pädagogisch, sondern im besten Sinne auch politisch. Er gründet eine Genossenschaft aus Klerikern und Laienbrüdern, den Orden der „Salesianer“ und schafft es auch für die weibliche Jugend einen Ableger einzurichten. Mit Bildung und Ausbildung holt er junge Menschen raus aus der Armuts- und Kriminalitätsfalle. Macht so aus Nobodys Somebodys.
Bis heute gibt es die Salesianer und Salesianerinnen, die sich in seinem Sinn um die Zukunft junger Menschen kümmern.
Wir brauchen solche Leute, sicherlich mehr als die unselige Diskussion um die Verschärfung des Jugendstrafrechtes.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=3005