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SWR3 Gedanken

03JUL2019
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Neulich habe ich bei meinen Eltern übernachtet. Auf meinem alten Bett saß ein großer grüner Frosch. Kein echter. Ein Kuscheltierfrosch. Er ist fast so alt wie ich. Ich habe ihn von meinem Onkel zu meiner Taufe geschenkt bekommen. Damals war der Frosch beinahe größer als ich. Es gibt Fotos von uns beiden.

Der Frosch ist eine schöne Erinnerung an meine Taufe. Ich war ein Baby, also kann ich mich nicht selbst an die Taufe erinnern. Für mich ist meine Taufe aber sehr wichtig. Und deshalb war es schön diesen Frosch wieder mal zu sehen. Und an das zu denken, was ich mit ihm verbinde.

In der Taufe wird dem Täufling zugesprochen, dass Gott ihn liebt. Dass Gott bedingungslos zu ihm hält. Egal, was kommt. Christen und Christinnen glauben daran, dass Gott den Täufling ein Leben lang begleitet.

Aber bei der Taufe passiert noch mehr. Wer getauft wird, wird zu einer neuen Kreatur, so hat es einmal der Apostel Paulus gesagt. Das klingt erstmal komisch. Irgendwie märchenhaft. Aber es ist nicht wie beim Frosch, der ein Prinz wird, wenn man ihn küsst. Trotzdem verändert sich bei der Taufe etwas. Im Inneren. Da wird etwas neu. Und der Apostel Paulus war sich sicher – durch die Taufe entsteht eine Verbindung zu Gott, die auch über den Tod hinaus bleibt.

Mir bedeutet das viel. Ich glaube fest daran: Durch meine Taufe hat sich etwas verändert. Ist etwas neu geworden. Auch, wenn die Taufe jetzt schon einige Jahre her ist. Das Neue in mir bleibt. Deshalb freue ich mich an meiner Taufe. Und an jedem Menschen, der getauft wird.

Schön, dass der Frosch mich daran erinnert. Meine Verbindung zu Gott endet nie. Was für gute Aussichten. 

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