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SWR2 Wort zum Tag

Umzug auf den Mars? Auswandern auf einen anderen Planeten? Diese Vorstellung ist nicht mehr nur Sciencefiction. Sie wird erforscht und propagiert. Vor einem Jahr hat das der unlängst verstorbene Astrophysiker Stephen Hawking angemahnt: Die Menschen müssten sehr bald schon fremde Himmelskörper besiedeln. In 100 Jahren könnte die Menschheit sonst in ihrer Existenz bedroht sein. Klimawandel, ... Epidemien und Bevölkerungswachstum könnten die Erde unbewohnbar machen. Zur Zeit untersuchen schon Forscherteams mit großem Aufwand in der Antarktis, wie dort Tomaten gedeihen und Früchte tragen können. Gedacht ist dabei an einen möglichen Gemüseanbau auf dem Mars. Wozu das Ganze? Wieso eigentlich umziehen?

Ich liebe die Landschaft, in der ich lebe. Täler und Höhen, Flüsse und Berge, Wiesen und Wälder! Und ich vermute, anderswo auf dieser Erde ist es auch so prächtig. Was für großartige Potenzen schlummern in ihr. Tomaten gedeihen – und nicht nur die – genug für alle.

Warum dann die von Menschen verletzte und bedrohte Erde verlassen?
Erst diese wunderbare Erde verwüsten und dann den nächsten Planeten besiedeln ?
Und den dann auch wieder mit allen Mitteln der Technik auspressen?
Als Christ kann ich solche Umzugspläne schon gar nicht nachvollziehen. Ich klebe an der Erde.

Ich verstehe mich als ein Nachkomme von „Adam“, und der Name bedeutet soviel wie „Erdling“, weil von Gott aus Erde erschaffen. Eben ein irdischer Mensch. Mein Sinnen und Trachten richtet sich als irdischer Mensch auf diese Erde - meinen Lebensraum  – und ist verbunden mit dem Auftrag Gottes an Adam – und alle seine Nachfahren – diese Erde, diesen Planeten mit Anderen zu bebauen und zu bewahren. Ich will nicht fliehen, sondern bleiben und mich dieser Aufgabe stellen.

In meinem Zukunftsland fließen Milch und Honig, da küssen sich Friede und Gerechtigkeit. Biblische Hoffnung ist in aller Regel ein Hoffen für diese Welt. Auch darum beten Christen: Gottes Wille geschehe – nicht nur im Himmel – sondern auch und gerade auf Erden. Selbst noch die äußerst kühne Vorstellung von einer neuen Stadt und einer neuen Welt – die vom himmlischen Jerusalem – ist geerdet. Es heißt nämlich, diese neue Stadt kommt einst aus dem Himmel herabgefahren.

Ich glaube, es ist nicht unsere Aufgabe, Umzüge auf andere Planeten zu planen, sondern heute alles dafür zu tun, dass die nach uns, eben diese Welt als Gottes gute Schöpfung erleben und bewohnen können.

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