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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Heute hat Heidi Geburtstag. Eigentlich nicht Heidi direkt, aber Ihre Erfinderin: Die Schriftstellerin Johanna Spyri. Die Frau Stadtschreiberin von Zürich, 1827 geboren, eine Frau, die Schwangerschaftsdepression und Ehekrise kannte, Hausarbeit hasste und viele Bücher und Geschichten schrieb. So auch den weltberühmten Roman „Heidi“. Ein heimatloses Waisenkind. Ein Junge, der Ziegen hütet, und Heidis Opa, der als Aussteiger in den Bergen lebt. Außerdem ein paar Frankfurter Reiche mit dem gehbehinderten Sorgenkind Klara. Das sind die Zutaten zum Roman Heidi.

An Kitsch denken da manche oder an einen Kinderbuchschinken aus uralten Zeiten. Mir klingt noch das Lied zu der nicht enden wollenden Zeichentrickserie im Ohr. Doch bei allen Klischees: Für mich hat Heidi etwas mit dem Wort Resilienz zu tun. Und das ist gar nicht kitschig. Resilienz, das heißt psychische Widerstandskraft oder innere Stärke. -  eine Kraft, die hilft, Krisen zu bestehen. Etwas, das viele Menschen haben, oft ohne es zu merken. Man kann Resilienz auch fördern.

Heute geht es oft um die Frage, wie Kinder zum Beispiel resilient werden können. Was macht Kinder stark? So stark, dass sie auch mit heftigen Problemen fertig werden? Heidi hat denkbar schlechte Startbedingungen:
Keine Eltern, arm, herumgeschoben, keine Bildung und auch noch ein Mädchen.
Aber Heidi ist ganz schön zäh oder resilient, könnte man sagen. Heidi kann in jedem etwas Gutes erkennen und schafft es, auch in der Fremde Helfer zu finden.

Was Heidi stark macht ist auch ihr Glaube. Den bekommt sie vor allem von Klaras Oma mit auf den Weg, die es auch nicht leicht hatte. Aber sie glaubt an Gott. So lernt auch Heidi: Gott ist auf meiner Seite, so unberechenbar mein Leben auch ist: Auf ihn kann ich vertrauen!

Für Heidi geht die Geschichte am Ende gut aus. Vielleicht ein bisschen kitschig. Aber mit einer tiefen Botschaft. Nicht aufgeben lohnt sich. Auf Freunde bauen lohnt sich. Und Glauben trägt - selbst wenn es manchmal dauert.

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