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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Morgen ist nicht nur Vatertag, sondern auch Christi Himmelfahrt, ein kirchlicher Feiertag. Die Bibel erzählt, dass Jesus vor den Augen der Jünger in den Himmel aufgefahren ist. Wörtlich sagt der Evangelist Lukas, „eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.“ Und dann haben sie wohl recht dumm da gestanden, die Jünger. Und erstmal mit offenem Mund in den Himmel geschaut.  Und wie häufig in der Bibel, wenn wir Menschen mal  wieder dumm da stehen und nichts kapieren, hat Gott ein Einsehen und schickt Engel. Und die sagen den verdutzten Jüngern? „Ihr Männer von Galiläa, was schaut ihr zum Himmel empor?“ Soll wohl heißen: „Auch wenn Jesus jetzt im Himmel ist, ihr seid auf der Erde und um die habt ihr Euch zu kümmern!“

 

Heute Abend beginnt in Münster der Deutsche Katholikentag. Und da geht es auch um die Erde, um das Zusammenleben von uns Menschen und was wir Christen dazu beitragen können, damit das gelingt. Das Motto: „Suche Frieden“. Es ist die Kurzform von einem Satz aus dem Psalm 34. Dort heißt es: „Suche den Frieden und jage ihm nach.“ (Ps 34, 15b) Mir gefällt besonders der zweite Teil des Satzes: „Jage ihm nach.“ Er macht mir klar, dass der Friede nicht einfach so vom Himmel fällt. Einfach still in der Ecke sitzen oder eben in den Himmel schauen, das reicht nicht. Man muss sich hier auf der Erde für den Frieden einsetzen. Dagegen halten, wenn in den so genannten sozialen Medien, Hassparolen verbreitet werden. Den Mund aufmachen, wenn am Stammtisch Menschen verachtende Sprüche gegen Minderheiten losgelassen werden. 

Die Engel haben recht, allein vom in-den-Himmel-schauen kommt der Friede nicht auf die Erde. Und deshalb gibt es bei einem Katholikentag nicht nur Gottesdienste, Gebete und Konzerte, sondern ebenso politische Informationen, Diskussionen und Forderungen. „Suchet den Frieden und jaget ihm nach“, ein guter Satz aus dem Psalm 34, besonders wenn er nicht nur gebetet wird.

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