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SWR3 Worte

Der jüdische Publizist Michel Friedman, der den größten Teil seiner Familie im Holocaust verloren hat, über den Hass in der Gesellschaft:

Meine Eltern und meine Großmutter waren lebenslang in ihrer Seele verletzt. Trauer war eines der prägnantesten Gefühle in ihrem Leben. Aber genau so groß war ihr Unverständnis darüber, wie es möglich ist, dass Menschen andere Menschen umbringen, weil sie anders scheinen. Wie es möglich ist, daraus sogar eine „moralisch-politische“ Notwendigkeit zu fabulieren. Meine Mutter hat immer gesagt: „ Ich habe den Hass und die Gleichgültigkeit in Reinkultur erlebt. Ich kann dir, mein Kind nur raten, nie zu hassen. Denn der Hass begleitet den Hassenden 24 Stunden lang.“

 

Michel Friedman im Gespräch mit Ulrich Gutmair, in: Die Tageszeitung vom 27./28.01.2018

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