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SWR3 Worte

Es ist ein bewegendes Plädoyer für das Briefeschreiben, dass die amerikanische Schriftstellerin Siri Hustvedt einer ihrer Romanheldinnen in den Mund legt:

Ich möchte nicht, dass die Worte nackt sind wie auf Faxen oder auf dem Computer. Ich möchte, dass sie von einem Umschlag bedeckt sind, den du aufreißen musst, um an sie heranzukommen. Ich möchte, dass es eine Wartezeit gibt – eine Pause zwischen dem Schreiben und dem Lesen. Ich möchte, dass wir vorsichtig sind mit dem, was wir einander sagen. Ich möchte, dass die Entfernung zwischen uns real und weit ist. Das soll unserer Regel sein: dass wir unseren Alltag und unser Leiden sehr, sehr vorsichtig aufschreiben.

 

Siri Hustvedt, Was ich liebte

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26031