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SWR3 Gedanken

So durstig war ich nie mehr im Leben, so wie damals auf dem Weg nach Italien. Ich war noch klein und irgendwie ist uns das Wasser ausgegangen. Erst als wir in Italien waren, gab es wieder etwas zu trinken. Und ich werde nie vergessen: Das Wasser war köstlich. Nie mehr hat mir Wasser danach so gut geschmeckt.

Durst ist ein ganz existentielles Gefühl. Ohne Wasser können wir nicht leben. Dazu passt die Jahreslosung 2018. Das ist ein Spruch aus der Bibel, der uns das Jahr über begleiten soll. Da heißt es für dieses Jahr: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Gott verspricht, unseren Durst zu löschen. Und es geht dabei um mehr als den Durst nach Wasser. Es geht um den Durst nach Leben. In manchen Augenblicken im Leben spüre ich diesen Durst nach Leben ganz deutlich. Zum Beispiel, wenn ich völlig fertig bin und mich frage: „Warum mache ich das hier eigentlich?“  Wenn ich down bin und mich nach Geborgenheit sehne, dann spüre ich diesen anderen Durst in mir:  den Durst angenommen zu sein, die Sehnsucht, dass da jemand ist, der mich versteht. Bei dem ich einfach Ich sein kann – ohne Stress, ohne verstellen.

Wie das aussieht? Das Wasser des Lebens? Ich habe es erst vor Kurzem getrunken. Meine Familie und ich standen fassungslos am Grab meiner Cousine, die plötzlich viel zu früh gestorben ist. Wir waren unfassbar traurig. Wie sollte es denn jetzt ohne sie weitergehen? Nach der Beerdigung saßen wir zusammen: meine Cousins, meine Schwester und ich. Und plötzlich haben wir gewusst: Gemeinsam schaffen wir das. Zusammen sind wir stark.

Und angesichts des Todes habe ich sie ganz deutlich gespürt: Die Quelle des lebendigen Wassers. Sie sprudelte aus unserem Zusammenhalt. Aus dem Wissen nicht alleine zu sein.

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