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SWR3 Gedanken

Maria und Josef hatten es nicht leicht, in Betlehem eine Herberge zu finden. Klar, sie waren arm, in der Fremde unterwegs und der Wohnraum war äußerst knapp – unter solchen Bedingungen hast du auch heute noch wenig Chancen, etwas zu finden.

Zum Beispiel Familie Amani. Nicht Maria und Josef sondern Rabia und Obaid. Nicht in Betlehem, sondern in München. Guter Witz, oder? Eine afghanische Flüchtlingsfamilie mit zwei kleinen Kindern und befristetem Arbeitsvertrag sucht eine Wohnung in München. Leider kein Witz.

Aber nach Kirchenasyl und einer Gemeinschaftsunterkunft gab es wirklich Aussicht auf eine Wohnung für die Amanis. Die Vermieterin wollte sogar auf die Kaution verzichten. Einziges Problem: Der Vormieter wollte 4.000 Euro für die Küche haben.

Jetzt kommt das Engelchen ins Spiel: Isolde kennt die Amanis noch vom Kirchenasyl her. Sie postet ein Bild von einer Playmobil-Familie und schreibt darunter: „Wenn 400 meiner Freunde, 10 Euro spenden würden, könnte Familie Amani in eine eigene Wohnung ziehen.“

Drei Tage später sind fast 3.800 Euro auf dem Konto eingegangen, und Isolde postet: „Obaid hat den Mietvertrag unterschrieben. Im Februar kann die Familie umziehen. Die Familie ist sehr glücklich. Ich persönlich bin unglaublich überwältigt und dankbar, dass Ihr alle mitgemacht habt.“

Das war die Herbergssuche 2017. Bestimmt nicht die einzige. Aber eine, die wie damals in Betlehem gut ausgegangen ist.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=25633