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SWR3 Gedanken

Wenn meine beiden kleinen Söhne Fred und Tom Süßigkeiten bekommen, dann landen sie entweder direkt im Mund oder in der „Schatzkiste“ für kargere Zeiten. Und dann gibt es noch den natürlichen Schwund. Süßigkeiten also, die einfach verschwinden – und manchmal auch ganz überraschend wieder auftauchen, so wie letztes Jahr an Heiligabend.

Fred und Tom warten gerade auf die Bescherung. Und der kleinere Tom ahnt, dass jetzt gleich was ganz Großes kommen muss, so hippelig wie sein älterer Bruder ist. Der weiß gar nicht, wohin mit den Händen und vergräbt sie deshalb in seinen Hosentaschen. Da beginnt er plötzlich zu strahlen wie ein Christbaum. Er zieht die Hand aus der Tasche und präsentiert stolz - ein Gummibärchen. Tom macht große Augen. Zauberei? Aber Fred ist selbst mindestens genauso baff und ruft: „Hey, bei mir war das Christkind in der Hosentasche!“

Warum eigentlich nicht. Weihnachten zeigt ja, dass wir mit dem Unerwarteten rechnen können. Ein Kind im Stall, die Eltern einfach und unverheiratet. Weihnachten zeigt, dass Gott die unkonventionellen Wege bevorzugt. Dass wir auf Überraschungen hoffen dürfen. Maria und Josef ist das so gegangen, aber auch den Hirten. Wie bitte, das soll Gottes Sohn sein? Damit hatte niemand gerechnet.

Und wenn man etwas nicht auf der Rechnung hat, dann ist die Freude doch umso größer. Genau wie bei Fred und seinem Christkind in der Hosentasche.

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