SWR3 Worte

SWR3 Worte

Der Schriftsteller Joachim Ringelnatz über das Leben:

Und auf einmal merkst du äußerlich: Wie viel Kummer zu dir kam. Wieviel Freundschaft leise von dir wich. Alles lachen von dir nahm.

Fragst verwundert in die Tage. Doch die Tage hallen leer. Dann verkümmert deine Klage … Du fragst niemanden mehr.

Lernst es endlich, dich zu fügen. Von den Sorgen gezähmt. Willst dich selber nicht belügen. Und erstickst, was dich grämt.

Sinnlos, arm erscheint das Leben dir. Längst zu lange ausgedehnt.

Und auf einmal: Steht es neben dir, an dich gelehnt.

(Was?)
Das, was du so lang ersehnt.

 

Quelle: Joachim Ringelnatz: Und auf einmal steht es neben dir, zittert nach: Die Mitarbeiterin. Werkheft der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Ausgabe 5/ September-Oktober 2011, 21.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=25625
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