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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Beten mit dem Smartphone. Kein Problem. Sogar der Vatikan macht mit.

Seit neuestem gibt es eine offizielle Gebets-App mit Papst Franziskus: „Click to pray“. Wer die kostenfreie App nutzt, bekommt dreimal täglich einen kurzen Gebetsimpuls auf sein Handy. Der registrierte Nutzer kann  ein Profil anlegen und eigene Gebete formulieren. Mit einem Click teilt man sein Gebetsanliegen mit anderen.

Auf Youtube wendet sich der Papst mit Videos an die Menschen weltweit. Und beten kann man mit ihm auch über Facebook. Franziskus ist also kein Feind der Technik. Dank der neuen Medien erreicht die Kirche neue Zielgruppen und vernetzt Gläubige miteinander.

Aber der Papst sieht auch die Schattenseiten einer digitalen Kommunikation. Bei einer Audienz kritisierte er vor Wochen die Sucht, alles und jedes fotografieren und filmen zu müssen„Es macht mich traurig, wenn ich die Messe feiere und so viele erhobene Mobiltelefone sehe. Ich bitte euch: Die Messe ist kein Spektakel! Warum sagt der Priester an einer gewissen Stelle: Erhebet die Herzen? Er sagt nicht: Erhebet eure Handys, um Fotos zu machen. Nein, das ist eine schreckliche Sache!“

Eigentlich sollten die neuen Medien die Kommunikation fördern. Aber oft genug kommt es anders: Das Smartphone wird zum Gesprächskiller. Da sitzen Leute zusammen, starren schweigend auf ihr Gerät und rufen die neuesten Infos ab. Dialog? Fehlanzeige!

Viele Familien können ein Lied davon singen. Auch dazu findet Papst Franziskus klare Worte. Beim Besuch einer römischen Universität ermahnte er die Studenten: „Wenn es zuhause keinen Dialog gibt, wenn man am Tisch sitzt und jeder mit seinem Mobiltelefon spielt, dann ist das der Beginn des Krieges, in dem es keinen Dialog gibt.“

Das Smartphone einmal beiseite legen, das ist auch ein Zeichen des Respekts vor dem Gegenüber. Egal, ob in der Schule, bei der Dienstbesprechung, am Stammtisch oder beim Abendessen daheim.

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