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SWR3 Gedanken

–ein kleiner Vogel voller Hoffnung und Lebensmut

Der Herbst ist da, die Tage werden kürzer und viele sehnen sich nach Sonne und Wärme und nach schönen Geschichten. Wenn es Ihnen auch so geht, habe ich eine für sie. Gefunden in einem Fotobildband. Das Buch heißt „Penguin Bloom: Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“.

Die Geschichte geht so: eine Familie, Vater, Mutter, zwei Söhne, machen miteinander Urlaub. Sonne, Strand – alles wunderbar. Bis sich die Mutter an eine kleine Mauer lehnt. Die Mauer bricht ein und die Mutter stürzt einige Meter in die Tiefe. Nach gut einem Jahr Krankenhaus, unzähligen Operationen und Reha steht fest: sie ist und bleibt querschnittsgelähmt. So kommt sie zurück nach Hause.

In diesen schwierigen Tagen finden die beiden Söhne der Frau ein Küken, eine junge Elster. Sie muss aus dem Nest gefallen sein, hat einen gebrochenen Flügel. Die Familie beschließt, das Küken zu retten. Was heißt: alle paar Stunden das Küken füttern, bangen, ob es durchkommt. Sie nennen die kleine Elster Pinguin wegen ihres schwarz-weißen Flaums. Und Pinguin schafft es, sie wächst, bekommt „richtige“ Federn. Und dann kommt der Tag: Pinguins erster Flug quer durchs Wohnzimmer. Und der Familie wird klar: was hat uns der kleine Vogel alles gegeben in dieser Zeit! Er hat gezeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen, er hat Hoffnung gemacht, dass es weitergeht, irgendwie. Damit hat er allen den Mut gegeben, das Leben zu wagen, so wie es ist.

Den wunderbaren Fotobildband von Pinguin und der Familie habe ich auf meinen Wohnzimmertisch gelegt. Und immer, wenn die Tage allzu grau und kalt sind, gucke ich mir die Fotos an. Und spüre, wie ein kleiner Vogel auch mir Hoffnung und Lebensmut gibt.

Cameron Bloom, Penguin Bloom: Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete. 2017.

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