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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Wenn zwei sich lieben, wenn sie in guten wie in schlechten Zeiten für einander einstehen wollen, dann dürfen sie auch heiraten.  Das ist bei uns jetzt Gesetz. Liebe und Verantwortung füreinander sollen allein die Basis für eine Ehe sein.

Viele diskutieren diese Ehe für alle. Bei den Debatten fehlt mir jedoch was. Nämlich die Debatte über die Frage: was sind wir als Gesellschaft eigentlich einem Ehepaar schuldig?Wie ist das, wenn zwei Menschen heiraten und nach einiger Zeit sich wieder scheiden lassen? Ist das nur ihr privates Problem? Oder haben wir als Gesellschaft da nicht einen Anteil dran? Und wenn ja, was ist unsere Aufgabe? Diese Fragen sind mir in der ganzen Debatte über die Ehe für alle noch einmal klar geworden.

In der Ehe geht es nicht nur um starke Gefühle. Es geht um Verantwortung füreinander. Dass man miteinander redet und auch ringt. Dass soll der Staat besonders schützen. Er unterstützt die Bereitschaft Zweier Menschen füreinander Verantwortung zu übernehmen. Einander achten und unterstützen – das  ist ja keine Kleinigkeit.

Ich bin überzeugt: Schwere Zeiten zu durchstehen, das schafft letztlich kein Paar ganz allein. Dazu braucht es die Hilfe Anderer. Deshalb bitten wir in der Kirche für zwei Menschen um Gottes Segen.

Aber nicht nur Gott, auch wir alle können etwas dazu beitragen, dass eine Ehe gelingt. Wir als Gesellschaft können zwei Menschen dabei helfen, dass sie beieinander bleiben wollen und können. So können zum Beispiel Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Interessen der Ehepartner auch eine Rolle spielen - dass genug Zeit für die Familie bleibt. So können soziale Einrichtungen Paare  in Krisenzeiten durch  Paarberatung und Ehekurse unterstützen.

Für Jesus hat die Ehe immer auch was mit Gott zu tun. Er hat ja gesagt: Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden. Der Mensch- also auch der Chef, die Freunde, die Familie – die ganze Gesellschaft. Sie alle sollen eine Ehe nicht so belasten, dass sie schließlich  auseinanderbricht. Deshalb meine ich: Wir brauchen nicht nur eine „Ehe für alle“.  Wir brauchen auch alle für die Ehe.

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