Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Früher haben sich die Menschen einmal gefragt, ob Gott im Himmel wohnt. Heute fragen sie sich, ob Gott im menschlichen Gehirn wohnt. Diese Frage steht im Raum, seitdem Hirnforscher untersuchen, was im Gehirn passiert, wenn Menschen beten und meditieren. Mönche aus Tibet und franziskanische Nonnen waren bereit, sich in einen Kernspintomographen schieben zu lassen. Während die Ordensleute in der Röhre beteten und meditierten, konnten die Hirnforscher die Veränderungen der Gehirnfunktionen beobachten. Das Ansteigen der so genannte Gamma – Aktivität im Gehirn deuteten die Forscher als Hinweis auf einen Zustand höchster Konzentration. Das extrem aktive Erregungsmuster links hinter der Stirn war für die Neurologen ein Zeichen für eine gute Grundstimmung. Offensichtlich scheint Beten und Meditieren die Gehirntätigkeit und damit das Bewußtsein auf Dauer positiv zu beeinflussen. Einige Wissenschaftler glauben aufgrund der Untersuchungsergebnisse, dass Gott eine Erfindung des Gehirns ist, dass er im Gehirn wohnt. Ob Gott aber wirklich nur ein Produkt von Gehirnfunktionen darstellt, das wird keine noch so exakte neurologische Untersuchung heraus finden können. Aber dass er sozusagen im Gehirn von Menschen wohnen kann, erscheint mir gar kein so verkehrter Gedanke zu sein. Das könnte bedeuten, dass seine Anwesenheit im Gehirn positive Auswirkungen auf den Umgang mit Mitmenschen hat. Gott könnte die Gedanken so liebevoll lenken, dass man anderen aufmerksamer begegnet. Er könnte eine Hilfe sein, den Mitmenschen mit mehr Mitgefühl entgegen zu kommen. In diesem Sinn erscheint mir das gar kein schlechter Gedanke: Gott wohnt im Gehirn des Menschen und nicht unerreichbar im Himmel!


https://www.kirche-im-swr.de/?m=2447