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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Ein Abend im Sommer. Es ist schwül und drückend heiß, auch in der Kirche. Und doch versammeln sich hier viele. Ein Konzert zugunsten des Mainzer Hospizvereins. Es geht also ums Sterben. Trotzdem hören wir auch frohe Lieder, auch Lieder vom Leben.

Junge Menschen, die Musik studieren oder als Hobby Musik machen, haben selber dieses Thema gewählt. Menschen, die doch sagen könnten: Sterben, das ist für mich noch ganz weit weg, interessiert mich nicht. Aber das tun sie nicht. Sie lassen zwischen ihren wunderbaren musikalischen Darbietungen Menschen zu Wort kommen, die mit Sterbenden zu tun haben. Denn diese letzte Lebensphase, sie ist leichter zu tragen, wenn man damit nicht allein ist. So erleben das Sterbende und ihre Angehörige. Aber nicht nur die erleben das. An diesem Abend haben die ehrenamtlichen und professionellen Helfer erzählt, wie ihr Engagement auch sie prägt und bereichert.

Menschen aller Altersgruppen, Männer und Frauen, die sich für sterbende Menschen einsetzen. Die erfahren: ich verliere damit keine Zeit, sondern gewinne viel. Weil es eine erfüllte Zeit ist, eine sinnvolle Zeit. Und weil Leben und Sterben und die Hoffnung zusammengehören. Das hat das Konzert vermittelt durch Musik und Worte und durch sehr viel Ehrlichkeit und Lebensfreude.  

Auch wenn es ums Sterben geht, muss es nicht gleich zum Weinen sein. Gottes Segen spannt einen Bogen über Lebende und Sterbende und schenkt beiden Hoffnung. Dass niemand ohne Trost bleiben muss. Auch dort, wo das Leben endet, gibt es Hoffnung, kann man sogar lachen.

Als ich nach Hause ging, hat sich die Schwüle des Abends in einem warmen Sommerregen aufgelöst. Die Regentropfen haben mir richtig gut getan. Manchmal braucht es  Geduld, bis sich eine drückende Hitze verzieht. Aber irgendwann kommt es doch, wie eine Erlösung. Wie ein wohltuender Regentropfen auf der Haut.

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