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SWR3 Gedanken

 Eines Tages kommt meine Tochter aus dem Kindergarten, grinst mich an uns sagt: "Je älska dieee!" Ich verstehe nicht ganz, schaue sie fragend an.  "Ach Mama“, sagt sie und lacht, das heißt doch „Ich hab dich lieb“! Ach, wie süß. Sie meint das dänische „jeg elsker dig!“ Irgendeins der Kinder hat im Kindergarten „I love you“ aufgeschnappt und dann haben sie gesammelt, die Kinder und Erzieherinnen, „Ich hab dich lieb“ in allen möglichen Sprachen.

Was für eine wunderbare Pfingstgeschichte, denke ich. Da haben die Menschen auch auf einmal andere Sprachen gesprochen. Und haben sich verstanden, über alle Sprachbarrieren hinweg. Sie haben sich verstanden, weil sie sich verbunden fühlten durch einen Geist der Liebe. Durch ein „Ich hab dich lieb“ von Gott.

Deshalb finde ich: Pfingsten ist auch heute noch eine wunderbare Gelegenheit, mal die Sprache zu wechseln. Das muss jetzt nicht unbedingt Dänisch sein, es genügt, die Sprache des Anderen zu verstehen. Oft reden wir ja in derselben Sprache und doch aneinander vorbei. Wir wissen, was wir meinen. Aber die anderen können sich aus dem, was wir sagen, keinen Reim machen.

Wie wäre es also, einfach mal den Zungenschlag zu wechseln, ganz neue Töne anzuschlagen, neue Worte für eine altvertraute Botschaft zu finden - und diese dann einfach aus zu probieren?

Mich jedenfalls hat die „dänische“ Variante von “Ich hab dich lieb“ begeistert. Die Worte klingen mir bis heute im Ohr. In diesem Sinne: Glædelig pinse! Frohe Pfingsten!

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