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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Was ist eigentlich unsere Leitkultur? Die Frage hat ja unser Innenminister wieder aufgeworfen. Die Frage nach der Leitkultur kommt ja alle paar Jahre wieder. Wahrscheinlich deshalb, weil keiner so recht weiß, was damit eigentlich gemeint sein könnte.

Leitkultur- für mich ist das die Antwort auf die Frage:  was hält uns eigentlich zusammen, als Gesellschaft? Und wie wollen wir miteinander umgehen? Nach welchen Spielregeln? Was brauchen wir, damit alle genug Freiraum haben, um ein gutes Leben in Deutschland zu führen?  

Zum guten Leben gehört für mich auch, dass ich glauben darf, worauf ich vertraue. Und dass ich sagen darf, was ich glaube und was ich meine.  Jesus hat mal gesagt: „Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist meine Familie.“
Das war für Jesus die Leitkultur, der Maßstab fürs Gewissen: die Gebote Gottes in der Bibel. Das gemeinsame Gesetz und der Glaube an die Liebe Gottes. 

Das ich dies sagen, leben und glauben darf garantiert mir das Grundgesetz. Es stellt den Rahmen, wie das Zusammenleben klappen kann, was die Gesellschaft zusammenhält. Ob jemand sich an unser Grundgesetz hält und dabei an Allah glaubt, an Jesus Christus, an Jahwe oder ohne Gottesbeziehung lebt, das ist nicht Sache des Staates.  Das ist unsere Sache. Und darüber sollten wir uns austauschen.

Denn dazu gibt uns das Grundgesetz den Raum: Wir können frei sagen an wen wir glauben und warum wir das glauben. Wir können uns treffen, um zu beten und unseren Glauben zu feiern und zu leben. Der gemeinsame Austausch, der Dialog, das Aushalten von Widerspruch und anderen Meinungen, die Gewaltfreiheit der Diskussion und die Gewissensbildung. Das Einstehen für den Anderen, vielleicht Schwächeren. Das ist meine Leitkultur. So verstehe ich den christlichen Glauben. Das ist mir lieb und teuer. Darüber will ich mit Anderen sprechen und den Rahmen füllen den das Grundgesetz gibt.

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