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SWR3 Gedanken

Bryan ist Minister of Music, in Trinity United Church of Christ. Und Bryan meint „jeder kann singen“. Und jetzt versuche ich, ihn darauf vorzubereiten, dass die jungen Leute aus Mannheim, die mit mir gekommen sind, keineswegs ein Chor sind, wie er dachte. Dass sie vielleicht nicht mal einen Ton geradeaus singen können, diese jungen, eher zurückhaltenden Leute, die beim Thema singen eher sagen: „Kann ich nicht“ oder „ich könnte mich um die Technik kümmern“.

Bryan dirigiert fünf Chöre: Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Und jeden Sonntag treten in den drei Gottesdiensten der Kirche unterschiedliche Chöre auf, immer mit Band. Und nun also wir…

Bryan fängt damit an, zu erklären, wie sich ein Mensch fühlt der versklavt wird. Keiner ist ein Sklave, sagt er, höchstens ein Mensch, der versklavt wird! Bryan fragt: Wie muss es sein, entführt zu werden, auf ein Schiff zu kommen? Von dem alle wissen, dass nie jemand zurückkam? Wie muss es sein zu ahnen, dass du die, die du liebst nie wieder sehen wirst? Wie muss es sein, wenn es nur noch darum geht zu überleben? Wenn dir alles genommen wird, was dir wichtig ist: Sogar die Kontrolle über deinen Körper, dein Name, deine Sprache, deine Geschichte.

Und dann fragt Bryan: Worum kann es wohl in der Musik gehen? Um Hoffnung und Sehnsucht sagen die jungen Leute, um Harmonie, um Kraft, Um Freiheit sagt eine. Was noch? Rhythmus, Glaube, Gerechtigkeit…. Freiheit, Freiheit sagt Bryan, ist das wichtigste. So singen, dass du die Freiheit spürst.

Wenn Bryan vorsingt, vibriert alles. Nicht so leicht, wenn man nur in Deutschland in der Schule gesungen hat, aber wir werden immer besser. Und singen:

Ain’t gonna let nobody turn me round.. ...„Ich werde niemand erlauben, mir den Weg zu verstellen. Ich werde weitergehen in das Land der Freiheit!“

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