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SWR3 Worte

Wenn jemand stirbt, den man lieb gewonnen hat, breitet sich erst mal eine Stille aus.  So war das auch, als Jesus gestorben war. Am Tag zwischen Karfreitag und Ostern. Alles war still. Aber in dieser Stille liegt auch eine Kraft, weiß der Polarforscher Knud Rasmussen, der die Geschichte einer Inuitfrau erzählt:

„In alten Tagen feierten wir […] große Feste zu Ehren der Seele des Wales, und diese Feste mussten stets mit neuen Liedern eröffnet werden; …
… in jener Zeit, in der die Männer ihre Worte zu diesen Hymnen suchten, mussten alle Lampen ausgelöscht werden. Es sollte dunkel und still … sein.

Denn unsere Vorväter hatten den Glauben, dass die Gesänge in der Stille geboren werden.
Dann entstehen sie im Gemüt der Menschen und steigen herauf, wie Blasen aus der Tiefe des Meeres, die Luft suchen, um aufzubrechen.“

Hubert Halbfas, der Sprung in den Brunnen

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