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SWR3 Gedanken

Jetzt reicht´s. Unter dieser Überschrift haben wir unsere große Bistumskampagne im Bistum Speyer beendet: „Gutes Leben für alle“. Vor drei Jahren sind wir damit gestartet. Eine Handvoll engagierter Christen, gemeinsam mit dem Hilfswerk Misereor. Dazwischen liegen zahlreiche Aktionen, Infoveranstaltungen und unzähligen Ideen, wie ich auch anders leben kann. Weniger aufwändig, weniger verschwenderisch. Einfacher halt und bewusster. Und trotzdem so, dass die Freude am Leben nicht zu kurz kommt. Davor jedoch stehen immer ein paar unschöne Erkenntnisse: Zum Beispiel, dass auch ich viel zu viel verbrauche. Viel zu viele Ressourcen, die leider alle endlich sind. Dass auch ich zu jenen gehöre, die die besonders dicken Stücke vom Kuchen bekommen, während für Hunderte Millionen weltweit bestenfalls die Krümel bleiben. Anders gesagt: Dass auch ich etwas tun kann für mehr weltweite Gerechtigkeit und nicht nur die anderen. Also habe ich mitgemacht bei unserer Kampagne und gemerkt, wie schwer auch mir das fällt. Das Auto einfach mal stehen zu lassen. Mal keine neuen Klamotten zu kaufen, weil die alten längst noch gut sind. Und auch mal nach den Bedingungen für Mensch und Tier zu fragen, unter denen das Schnitzel auf meinem Teller entstanden ist.

Mir ist dabei aber auch klar geworden, dass jede Veränderung zuerst im Kopf beginnen muss. „Umparken im Kopf“ hat ausgerechnet ein Autohersteller einmal seine Werbekampagne genannt. Doch genau darum geht es. Einfach öfter mal nachzudenken beim Einkaufen und beim Konsumieren. Damit auf Dauer genug für alle da ist. Und damit möglichst alle die Chance auf ein Leben in Würde und bescheidenem Wohlstand bekommen. Denn dafür reicht es bis jetzt noch lange nicht.

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