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SWR3 Gedanken

Heute ist der „Internationale Tag der Zöllner“. Zachäus hat diesem Beruf keine Ehre gemacht. Er hat vor über 2000 Jahren in Jericho gelebt und er war ziemlich klein. Das wird aber später noch eine Rolle spielen.

Von ihm erzählt die Bibel, dass er den Leuten ihr Geld aus der Tasche zieht. Tagein, Tagaus. Oftmals das Vierfache von dem, was gefordert ist. Deswegen sind die Leute wütend auf ihn und wollen nichts mit ihm zu tun haben.

Als Jesus eines Tages in die Stadt kommt, rennen alle Leute aufgeregt auf die Straßen. Sie wollen diesen Jesus sehen. Schließlich reden alle über ihn. Zachäus will  natürlich auch. Blöd, dass er so klein ist. Er kommt nicht durch.  Also klettert er auf einen Baum, um Jesus sehen zu können.

Und dann passiert das: Jesus läuft auf den Baum zu und fordert Zachäus auf, herunterzukommen: „Heute Abend will ich bei dir zu Gast sein!“

Diese Aktion ist nicht nur ein Schock für Zachäus. Der hat damit gar nicht gerechnet. Auch die Leute sind schockiert: „Wie kann dieser Jesus sich nur mit so einem Gauner abgeben?“

Ich finde das von Jesus ziemlich gut. Weil er etwas getan hat, das wirklich niemand erwartet hat. Erstens: Jesus hat sich selbst zum Essen eingeladen – bei einem Fremden. Zweitens: Jesus hat sich nicht darum geschert, was andere davon halten. Drittens: Jesus hat es geschafft, dass Zachäus sein Leben verändert.

Zachäus verspricht nämlich nach diesem Besuch, die Hälfte seines Geldes den Armen zu geben. Und den Leuten, denen er zu viel abgenommen hat, das Vierfache zurück zu geben.

Manchmal sind es unerwartete Begegnungen zwischen Menschen, die das Leben von einem Augenblick zum anderen umkrempeln können. Die Geschichte jedenfalls finde ich ein schönes Beispiel dafür, dass es gelingen kann.

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