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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Der zweite Weihnachtsfeiertag ist bei uns ein ruhiger, entspannter Tag. Das Fest ist fast vorbei, aber wir haben noch Zeit, bevor der Alltag wieder losgeht.
Dieser Tag wurde ausgewählt als Gedenktag für verfolgte und bedrängte Christen. Das hat etwas mit der Geschichte der Heiligen Familie zu tun.

Nach der biblischen Geschichte haben Maria und Josef gerade erst die zweite Nacht ein Dach über dem Kopf und schon müssen Sie wieder weiter. Sie müssen nach Ägypten fliehen, weil ihrem Sohn der Tod droht. Schutzlos sind sie der Verfolgung durch den  Herrscher Herodes ausgeliefert.
Deshalb bleibt ihnen nur die Flucht. In ihrem Heimatland sind sie „Verfolgte“ und in Ägypten werden sie „Geflüchtete“ sein.

Diese Geschichte stellt uns, die wir sicher wohnen, die Frage: Wie wäre es, wenn wir nicht in Frieden Weihnachten feiern könnten – wenn wir nach dem Vorlesen der Weihnachtsgeschichte damit zu rechnen hätten, dass jemand an die Tür klopft und uns verhaften will?
Würden wir fliehen? Viele Menschen auf der ganzen Welt tun das.

Wenn Leib und Leben bedroht sind durch Gewaltherrschaft, Unterdrückung oder Hunger. Dann macht man sich auf den Weg – dann flieht man. Um die eigenen Kinder zu retten, um weiterleben zu können.

Das Kind, das an Weihnachten geboren wurde und danach fliehen musste - es hat sich als erwachsener Mann sein Leben lang eingesetzt für die, die fliehen mussten, die unterdrückt oder ausgegrenzt worden sind.

Jesus ist in eine Welt voller Gewalt und Unfriede hineingeboren worden. Er hat wahrscheinlich Schlimmes erleben müssen. Und trotzdem ist er an  diesen Erfahrungen nicht zerbrochen.

Er war der Überzeugung: wer Bösen erlebt und überwunden hat, der kann denen helfen, die selber Schlimmes durchmachen.

Vielleicht setzen wir uns auch ein gegen die Unterdrückung und Verfolgung von Christen. Oder wir setzen uns ein, dass jeder in unserem Land Schutz bekommt, wenn er oder sie fliehen mußte.
Vielleicht können wir weitergeben, was wir bekommen haben. So wie Jesus das getan hat.

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