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SWR4 Abendgedanken

Fest der unschuldigen Kinder heißt der heutige Tag in der katholischen Kirche. Dieser Festtag geht leider oft zwischen Tannenbaumkugeln und Silvesterböllern unter. Die Geschichte um die es geht, steht in der Bibel. Der König Herodes lässt alle neugeborenen Kinder töten, weil er Angst hat, seine Macht zu verlieren. Denn einer der Neugeborenen soll ein neuer König sein, sozusagen ein Konkurrent. Und weil er nicht weiß, welcher der Neugeborenen, lässt er sicherheitshalber alle Kinder töten. Nach dem Motto: Es ist besser Kinder zu töten als seine Macht zu verlieren. Historisch verbrieft ist diese Geschichte nicht, d.h. sie kommt in keinen außerbiblischen Quellen vor, aber ein Märchen von Anno dazumal ist sie auch nicht - leider.

Denn unschuldige Kinder werden auch heute geopfert und Macht spielt dabei häufig eine Rolle. Beim sexuellen Missbrauch von Kindern sind es oft Menschen aus dem Umkreis der Kinder, die ihre Macht missbrauchen. Lehrer und Erzieher, Seelsorger, Übungsleiter im Sport.

Es gibt aber nicht nur den sexuellen Missbrauch von Kindern. Sie werden auch als rechtlose Arbeitssklaven missbraucht. Weltweit arbeiten unzählige Kinder unter menschenunwürdigen Bedingungen z.B. in der Spielzeugindustrie, damit bei uns billige Spielsachen unterm Weihnachtsbaum liegen. Hier geht es oft um die Macht und den Reichtum einiger weniger.

Auch zum Kriegführen werden Kinder missbraucht. Man rechnet damit, dass mehrere hunderttausend Kinder als Soldaten kämpfen müssen. Sie werden zu Kriegsmaschinen, weil Diktatoren und Despoten Angst haben, ihre politische Macht zu verlieren.

So gesehen ist das Fest der unschuldigen Kinder leider hoch aktuell. Und es ist gut zwischen Tannenbaumkugeln und Silvesterböllern einmal innezuhalten und an die Kinder zu denken, die zu Opfern werden.

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