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SWR3 Gedanken

Wenn wir mit den Kindern nach Holland fahren, müssen wir immer Halt machen an einer der alten Windmühlen Alkmaars. Seit mehr als hundert Jahren gibt es die zum Teil schon. Mit gewaltigen Flügeln, die fast bis zum Boden reichen. Sie fangen den Wind ein und wandeln ihn in Energie um, erklären wir den Kindern dann. Und die malt dann zum Beispiel das Korn zu Mehl. Damit kann der Bäcker das leckere Brot machen, das wir essen. Vor diesen Windmühlen kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.

"Wenn der Wind des Wandels weht", heißt es in einem chinesischen Sprichwort, "bauen die einen Schutzmauern, und die anderen bauen Windmühlen".

Schutzmauern oder Windmühlen? Wenn der Wind sich zu einem beängstigen Sturm auswächst, dann sind Schutzmauern natürlich eine gute Sache. Und viele meinen, der Wind des Wandels, den wir grade erleben, der wäre Anlass genug, Schutzmauern zu bauen. Nicht nur in unseren Gemütern, sondern ganz real. Auch die Bibel kennt solche Zeiten des Wandels. Aber sie fordert die Menschen auf, diesen Wandel anzunehmen. Weil er oft eben nicht aufzuhalten ist. Und für sie ist der Sturm auch ein Zeichen dafür, dass Gott mitten in unser Leben hinein wirkt, manchmal eben auch mit Macht und Kraft.

Um es im Bild der Windmühle zu sagen:

Ich wünsche mir, dass wir den Wind in gute Energie umsetzen können:
Dass wir auf Menschen zugehen, die uns Angst machen, um sie kennenzulernen.
Dass alle Kinder die gleichen Chancen bekommen, etwas aus ihrem Leben zu machen.
Dass wir gemeinsam anpacken, damit es allen Menschen in unserem Land besser geht.
Und dass wir eines Tages sagen können: Wenn der Wind des Wandels weht, bauen wir Windmühlen. Überall.

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