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SWR3 Worte

Otis Moss ist Pfarrer einer schwarzen Gemeinde im sozialen Brennpunkt von Chicago. Er selbst ist auch Schwarzer und erlebt Diskriminierung am eigenen Leibe. Er schreibt:

Wenn du schwarz bist hörst du die Leute seltsame Sachen zu dir sagen, wie:

„Oh Otis, du drückst dich so gewählt aus!“
Als wenn schwarz zu sein und gut sprechen zu können ein Widerspruch in sich wäre.

Frauen hören eher Sätze die ihr Äußeres betreffen, wie:
„Du bist aber hübsch für ein schwarzes Mädchen.“

Schwarz zu sein ist eine seltsame Angelegenheit in diesem Land, das noch nicht das ist, das es werden soll.
Schwarz zu sein bedeutet: Dir ist ein Blues song ins Herz tätowiert und zugleich quillt ein Gospelschrei in deiner Seele und will raus.

Es gibt wohl nichts Irritierenderes als zwischen Blues und Gospel zu leben,zwischen Chaos und Christus.
Ich bin heute hier, um euch wissen zu lassen: Wir werden es niemand mehr erlauben, mit ihren Lügen zu bestimmen, wer wir sind!

(Otis Moss III: Blue Note Preaching In A Post-Soul World. Finding Hope In An Age Of Despair, 2015, S. 104-105, Üstzg Sobottke)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22320