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SWR3 Worte

Jeden Dienstag besucht Mitch seinen alten Professor Morrie. Morrie ist schwer krank und weiß, dass er bald sterben muss. Mitch lernt bei jedem Besuch etwas fürs Leben. Und deshalb hat er alles aufgeschrieben und ein Buch daraus gemacht. Dort steht:

Ich fragte Morrie, ob er sich selbst bemitleide.

„Manchmal am Morgen“, sagte er. „ (…) Ich betrauere, was ich alles verloren habe. Ich betrauere die langsame, heimtückische Art, wie ich sterbe. Aber dann höre ich auf zu trauern. (…) Dann  konzentriere ich mich auf all die guten Dinge, die es noch in meinem Leben gibt. Auf die Leute, die mich besuchen kommen. Auf dich – wenn es Dienstag ist. (…)

Es ist schrecklich (…). Aber es ist auch wunderbar, wegen der vielen Zeit, die mir gewährt wird, um mich zu verabschieden.“ Er lächelte. „Nicht jeder hat so viel Glück.“

Ich betrachtete ihn in seinem Sessel, unfähig aufzustehen, sich zu waschen, sich die Hose anzuziehen. Glück? Hatte er eben wirklich „Glück“ gesagt?

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