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SWR3 Gedanken

Der Redakteur des ZEIT-Magazins Tillmann Prüfer hat mal von sich gesagt: „Ich würde mich eher als sympathischen Agnostiker bezeichnen. Gott muss es nicht geben, kann es aber. Und wenn, dann lassen wir beide uns in Ruhe.“ Das war, bevor er nach Afrika geflogen ist.

Er wollte dort rauskriegen, wer genau sein Urgroßvater war. Er hat nur gewusst, dass sein Name Bruno Gutmann war, und dass er Missionar in Tansania gewesen ist.

Auf der Reise zum Kilimandscharo hat Tillmann Prüfer nicht nur seinen Urgroßvater kennengelernt, sondern auch seine Familie, sich selbst und Gott. 

Der Ort an dem der Urgroßvater Bruno Gutmann als Missionar aktiv gewesen ist, heißt Moshi. Obwohl Gutmann schon lange tot ist, wird er dort wie ein Heiliger verehrt. Das liegt wohl daran, dass er nicht mit der Keule missioniert hat. Er hat die Sprache des Volkes gelernt und alles aufgeschrieben: Regeln, Märchen, das ganze Rechtssystem des Dorfes. Und dann hat er ihnen von Jesus erzählt und dass der sich um die Menschen gekümmert hat. Das war neu. Bisher hatten die Menschen in Moshi vor allem großen Respekt oder sogar Angst vor Geistern und Göttern. Dieser Jesus war ihnen sympathisch. Das merkt man noch heute daran, wie in Moshi Gottesdienst gefeiert wird. Tillmann Prüfer war völlig überrascht und auch ein bisschen überfordert von dieser Art: singen, lachen und tanzen und alles mit viel Gefühl - da wird das Leben gefeiert. 

Zurück in Deutschland bleibt Tillmann Prüfer sich selbst und Gott auf der Spur. Er geht wieder öfter in den Gottesdienst - wenn es dort auch im Vergleich zu Afrika manchmal sehr trocken und eine Geduldsprobe ist. Aber er ist fest entschlossen, diesen Gott des Lebens, den er in Tansania wieder entdeckt hat, in seinem Leben festzuhalten.

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