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SWR3 Gedanken

Es braucht ein Oben und ein Unten damit etwas fließt. So ist das beim Wasser. Und wie ist das in einem Gottesdienst? Ein Freund meinte: Da braucht es einen, der das Wissen hat, also den Pfarrer. Der ist dafür zuständig, dass die anderen das Wissen bekommen. Das Wissen fließt sozusagen von der Kanzel von oben nach unten, wo die Leute in den Bänken sitzen.
Dass es ein Oben und ein Unten gibt, das ist in uns Menschen wohl so drin. Gott vermuten wir oben und uns Menschen unten. Und dann soll Gott uns Gutes tun oder den Bösen die Strafen von oben schicken.
An Weihnachten haben wir es allerdings andersrum gefeiert: Gott kommt auf die Erde. Und jetzt ist Gott unten. Ist ein kleiner und hilfloser Mensch, der aber das Potential hat ein ganz Großer zu werden. Und gerade so hat Gott uns etwas zu sagen, sozusagen von Mensch zu Mensch. Auf Augenhöhe. 

Die Glücksforschung hat übrigens herausgefunden: Es braucht kein oben und unten, damit etwas fließt. Es fließt auch hin und her, und dann verstärkt es sich gegenseitig. Wenn zum Beispiel etwas gut klappt. Dann haben meistens Leute zusammengearbeitet, die sich gegenseitig inspiriert haben. Man nennt das auch den Flow. Da greift ein Rädchen wie selbstverständlich in das andere, eine Idee folgt auf die nächste. Wenn man gemeinsam etwas geschafft hat, was man alleine nie hätte schaffen können. Da fließt etwas.
Gott ist dann nicht oben und wir sind nicht unten. Gott ist mitten drin und voll dabei.    

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