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SWR3 Gedanken

Wem sollen wir helfen? Das ist jedes Jahr für uns in der Kirchengemeinde die Frage. In unserer Kirche ist nämlich jede Gemeinde verpflichtet, sich jedes Jahr aus einem Heft mit über 100 Hilfsprojekten zwei auszuwählen und das bedeutet, dass wir 98 Projekte nicht fördern können.

Jeden Tag im Advent  war das auch für mich persönlich immer eine Frage: Welchen von den Bettelbriefen gebe ich nach? Und ist das nicht unfair den anderen gegenüber? Selbst Menschen, die gerne etwas von ihrem Verdienten abgeben, setzen Prioritäten und geben damit anderen Projekten keine Chance. Denn Projekte gäbe es ja genug. Und selbst wenn Bill Gates, Warren Buffet und Mark Zuckerberg jetzt viel Geld spenden werden oder gespendet haben: Es bleibt immer ein kleiner bitterer Nachgeschmack, dass es doch nicht genug ist. Nicht nur Mädchen in Indien brauchen Hilfe, um ausgebildet zu werden, auch das städtische Tierheim braucht Unterstützung.
Seit tausenden von Jahren gibt es Menschen, die Unterstützung brauchen. Wie soll man sich entscheiden? Jesus hat mal eine arme Witwe beobachtet, wie sie einen Pfennig in den Opferstock des Tempels in Jerusalem gelegt hat. Diese Witwe war für ihn ein Vorbild. Zu seinen Jüngern hat er gesagt: sie hat zwar nur einen kleinen Teil gegeben, aber im Verhältnis hat sie mehr gegeben als alle anderen.
Es geht nicht darum, möglichst allen was zu geben. Es geht darum, mit Herz zu geben, und so viel, wie es die Verhältnisse zulassen. Das sagt mir die Geschichte. Und ich bin zuversichtlich, dass die Menschen in den anderen Kirchengemeinden für die restlichen 98 Projekte ein Herz haben und sie so getragen werd

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