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SWR3 Worte

Morgen ist Totensonntag. Dabei geht es um die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Für den Theologen Thomas Kärst sieht diese Hoffnung so aus:  

Ich gehe nur selten auf den Friedhof. Doch wenn die Blätter fallen und die Tage gar nicht aus dem Dämmerlicht herauskommen, dann zieht es auch mich zu den Gräbern. An einem Novembertag schlendere ich langsam durch die Reihen. Zwischen schlichten Standardsteinen entdecke ich auch hübsche Details. Ein Holzkreuz. Einen anrührenden Engel. Eine bemooste Marmorsäule.
Ich lese die vielen Namen und Daten und reime mir die Schicksale dahinter zusammen.

Ein Friedhof bleibt ein Ort der Namen, auch wenn die goldgefassten Buchstaben verwittern. Und er ist ein stiller Garten.

So schließt sich der Kreis: Ein Garten stand am Anfang der Menschheit – der Garten Eden, das Paradies. In dieses Paradies, so die Botschaft unserer Friedhöfe, werden wir am Ende wieder hingehen. 

Gedanken von Thomas Kärst zum Totensonntag.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=20889