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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

„Ich möchte gern frei sein und das tun können, was ich gerade will…“ Diesen Satz habe ich schon oft gehört –hin und wieder ertappe auch ich mich mit diesem Wunsch. 

Ein Gegensatz dazu bildet eine Aussage, die etwas verändert auf Leo Tolstoi zurückgeht: „Freiheit ist nicht, das zu tun, was Du liebst, sondern, das zu lieben, was Du tust.“

Eine heftige Aussage, wie ich finde! Unsere Zeit ist doch sehr geprägt davon, das zu tun, was einem Spaß macht. So gesehen gibt es sie wirklich – die ‚Spaßgesellschaft‘! So verstehen wir dann unsere Freiheit und wir möchten einfach unsere Wünsche erfüllen.

Und dann sind wir schnell enttäuscht, weil unser Alltag mit Zwängen und Abhängigkeiten verbunden ist. Wenn wir dann beginnen, uns gegen diese Art von Unfreiheit zu wehren, werden wir schnell unzufrieden. Lustlosigkeit und fehlende Lebensfreude können die Folge sein. Wir selbst leiden dann darunter, ebenso unsere Beziehungen und unsere Arbeit.

Für mich ist es ein Ansporn, dem Leben und der Sehnsucht nach Freiheit andersherum zu begegnen. Ich muss nicht flüchten in ständige Urlaubsträume. Ich muss nicht darauf warten, bis ich endlich ‚tun kann, was ich will‘. Ich stelle mich anders auf das ein, was ich sowieso tun muss. Ich versuche, das zu lieben, was jetzt dran ist. Das wird sicher nicht immer gelingen. Aber es kann immer mal wieder der Fall sein.

Ich finde, es lohnt sich, mit diesem Begriff von Freiheit zu leben.

Ich kann frei sein, wenn ich versuche, das zu lieben, was ich tue!

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