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SWR3 Gedanken

Heute ist Martinstag. Und wie ein jedes Kind schon weiß, geht es da um den heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem armen Bettler geteilt hat. Durch seine Barmherzigkeit hat er ein wenig Licht in die Welt gebracht. Deshalb gehen jedes Jahr Kinder mit leuchtenden Laternen durch die Straßen, deshalb erzählen wir jedes Jahr seine Geschichte. Eine schöne Geschichte.
Zusätzlich möchte ich Ihnen heute jedoch die Geschichte von einem anderen Martin erzählen. Der lebte mehr als tausend Jahre später als jener Martin von Tours. Und seine Geschichte ist auch eine schöne Geschichte.
Mein Martin wurde 1483 in Eisleben geboren und heißt deshalb Martin, weil er am Martinstag, also am 11. November, getauft worden ist. Mit Nachnamen heißt er übrigens Luther. Und er hat auf seine Weise dafür gesorgt, dass Menschen ein Licht aufgegangen ist.
Zum Beispiel ein Licht über Gott. Den hat er als einen „Backofen voller Liebe“ beschrieben. In einer Welt, in der viel von Gottes Zorn erzählt wurde, hat er damit ganz schön für Furore gesorgt.
Zum Beispiel ein Licht über die Kirche. Die sollte sich weniger Gedanken darum machen, die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen, sondern dafür sorgen, das möglichst viele Schäfchen den Weg zu Gott finden.
Zum Beispiel ein Licht über den Glauben. Ich kann, soll und darf meine eigene und lebendige Beziehung zu Gott leben. Andere können mir dabei behilflich sein, aber es bleibt meine Beziehung zu Gott.
Martin Luther hat damals vielen Menschen aus dem Herz gesprochen. Und tut es bis heute. Bis heute geht einem so manches Licht auf bei der Geschichte von Martin Luther.
Und deswegen ziehe ich heute mit meiner Laterne los: für den einen Martin und für den anderen Martin. Auf ihre Weise haben sie beide Licht in die Welt gebracht. Rabimmel, rabammel, rabumm.

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