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SWR3 Worte

Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht leben konnte, was es zu lehren hatte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ging, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte. Ich wollte nicht das Leben, was nicht Leben war. Das Leben ist so kostbar. Auch wollte ich keine Entsagung üben, außer es wurde unumgänglich notwendig; ich wollte tief leben. Alles Mark des Lebens aussaugen; so hart und spartanisch leben, dass alles, was nicht Leben war, in die Flucht geschlagen wurde.

Henry David Thoreau (1854), Walden – oder das Leben in den Wäldern (The Riverside Press, Cambridge 1906, S. 100-101 Zitiert nach: "Walden oder Leben in den Wäldern", deutsche Übersetzung 1979 Diogenes Verlag, Zürich, S. 98 f https://www.kirche-im-swr.de/?m=2078