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SWR3 Worte

Jeden Dienstag besucht Mitch seinen alten Professor Morrie. Dieser ist schwer krank und weiß, dass er bald sterben muss. Mitch lernt bei jedem Besuch etwas fürs Leben und hat es in einem Buch aufgeschrieben. Es heißt „Dienstags bei Morrie“, und Mitch erzählt darin:

 Morrie kehrte deprimiert von einer Beerdigung zurück. „Was für eine Verschwendung“, sagte er. „All diese Leute, die all diese wunderbaren Dinge sagen, und (der Verstorbene) hat nichts davon hören können.“ 

Morrie hatte eine bessere Idee. Er rief ein paar Leute an und setzte einen Termin fest. So fand sich an einem kalten Sonntagvormittag (…) eine kleine Gruppe von Freunden und Familienmitgliedern ein, um eine „lebendige Beerdigung“ zu feiern. Jeder von ihnen hielt eine kleine Rede, sprach ein paar Worte der Anerkennung. Einige weinten. Einige lachten. (…) Morrie weinte und lachte mit ihnen. Und all jene tiefen Gefühle, die wir denen gegenüber, die wir lieben, niemals äußern, brachte Morrie an  jenem Tag zum Ausdruck. Seine „lebendige Beerdigung“ war ein gewaltiger Erfolg.

 

Quelle:

Mitch Albom: Dienstags bei Morrie, Goldmann Verlag München 2002, S. 23f.

 

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