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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Viele von uns sind in diesen sommerlichen Wochen unterwegs – die Schulferien- und Urlaubszeit lockt uns, weg zu fahren, „Tapetenwechsel“ zu spüren, das Leben – mehr und ausführlicher als sonst – zu genießen…!

Vielleicht gelingt es dem ein oder der anderen auch, manch freie Stunde in der Natur zu sein - draußen, an einem Fluss oder See, im Wald oder einfach auch nur im Gras die „Schöpfung wahrzunehmen“.

Im Alltag merke ich oft, dass ich vor lauter Terminen und Aufgaben, die mich beschäftigen, nicht wach genug sein kann, z.B. für eine kleine Blume am Wegrand, für das Zwitschern eines Vogels oder das Plätschern eines Baches. 

Ein Foto kommt mir in den Sinn – zu sehen sind dort einfach nur ausgelatschte Wanderschuhe im Gras – die Person, die diese anhatte, ist „ausgestiegen“… - vielleicht, um den Füßen nach einem langen Fußmarsch Erholung zu gönnen, Blasen zu versorgen oder auch nur deshalb, um endlich richtig Boden unter den Füßen zu spüren, das Gras die nackten Zehen kitzeln zu lassen.

Solche Situationen wünsche ich uns gerade auch in diesem Sommer immer wieder: Dass wir beim Gehen, beim Zu-Fuß-Unterwegs-Sein einerseits so richtig ins Schwitzen kommen, um andererseits auch Ruhe und Erholung, Aus-Zeiten zu erleben. 

Aus-Zeiten wie der Sommer sind heilsame Unterbrechungen, die das Leben wieder in eine menschlichere Ordnung bringen können: Ich kann sehen, was wesentlich ist, weil ich freie Zeit habe. Jeder Sommer kann mich lehren, dass ich ohne Stress viel besser und kreativer arbeiten kann. 

Auf jeden Fall ist es gut, von Zeit zu Zeit mal stehenzubleiben, mich neu zu orientieren, zu überlegen, was jetzt als Nächstes „dran“ ist, worauf in der kommenden Zeit besonders zu achten ist – nach solch einer Rast wird dann die Lust und die Kraft wieder da sein, zu einer neuen Etappe aufzubrechen.  

Dann kann ich wieder staunen über das Wunder der Schöpfung. Dann kann ich wieder neu leben, aufleben sogar im Alltag, der mich wieder gefangen hält.

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