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SWR3 Gedanken

Haben Sie schon mal über Gott gelacht?
Und zwar nicht nach irgendeinem Kirchenwitz,
sondern so richtig über Gott selbst gelacht?
Ein heiteres Lachen, weil Gott manchmal so komisch wirkt – oder ein bitteres Lachen, weil Gott Sie so enttäuscht hat.
Sarah kennt beides.
Bei Sarah kommt beides zusammen:
die Heiterkeit über Gott und die traurige Wut wegen Gott.
Die Geschichte ihres Lebens steht in der Bibel.
Obwohl Sarah im Alter immer noch an Gott glaubt,
kann sie sich immer weniger vorstellen,
dass Gott ihr wirklich hilft.
Denn ihr größter Lebenswunsch, ein Kind zu bekommen,
geht nicht in Erfüllung.
Deswegen kann Sarah über Gott nur noch lachen.
Sogar als Gott bei ihr zu Besuch kommt
und ihr sozusagen persönlich ankündigt,
dass sie noch ein Kind bekommt,
kann Sarah darüber nur noch lachen.
Zu lächerlich scheint ihr dieser Gott,
der so unglaubliche Dinge verspricht.
Aber Gott scheint unheimlich viel Spaß zu verstehen
und grenzenlos humorvoll zu sein.
Als ob ihm das Lachen nie vergeht.
Bis heute lässt er es immer wieder zu,
dass über ihn Witze gemacht werden.
Allerdings gilt auch bei Gott das Sprichwort:
„Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ –
auch wenn es um Leben und Tod geht.
Darum folgt auf den Spott der Henker bei der Hinrichtung von Jesus
das fröhliche Osterlachen bei dessen Auferstehung.
Und als Sarah eben endlich doch noch einen Sohn bekommt,
gibt sie ihm einen fröhlich frommen Namen:
Sie nennt ihren Sohn „Isaak“; das heißt auf Deutsch „Gelächter“.
Wie schön, wenn aus dem bitteren Lachen über Gott
doch noch irgendwann ein fröhliches Gelächter wird.
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