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SWR3 Worte

In seinem Buch „endlich Mann werden schreibt der Franziskanerpater Richard Rohr:

Wenn ein Kind die größere Welt ohne Unterstützung und Begleitung des Vaters betreten muss, führt das zu lebenslanger, nagender Trauer. Ich habe die Geschichte allzu oft gehört, allzu oft das nervöse Zucken um den Mund … gesehen, wenn die Geschichte erzählt wird, auch bei älteren Männern. Sie vergessen niemals.
Die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist zu tief für Worte, sie berührt eine uralte, tief sitzende Sehnsucht. Ein Sohn möchte von seinem Vater männliche Energie bekommen und dann möchte er wissen, dass er ihm etwas zurückzugeben hat, beinahe von gleich zu gleich. Warum erinnern sich wohl so viele Männer daran, wie sie mit ihren Vätern Fangen gespielt haben?...
Die gegenseitige Selbsthingabe von Vater und Sohn erschafft den Geist- das ist in weiten Teilen des Johannesevangeliums die fundamentale Metapher für Gott.

Aus: Richard Rohr, Endlich Mann werden, Claudius Verlag, München 2005, S. 125https://www.kirche-im-swr.de/?m=1963